36. Sportkreistag des Sportkreises Buchen

 

„Wettbewerb dürfte an Schärfe gewinnen“

Zum 36. Sportkreistag des Sportkreises Buchen am Freitag in der Stadthalle begrüßte dessen Vorsitzender Manfred Jehle neben den Delegierten der 127 Mitgliedsvereine zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Sport. Umfangreich war nach den Grußworten und der Aufführung der neugegründeten Tanzformation des TSV Buchen Jehles Geschäftsbericht. „Drei ereignisreiche Jahre auf allen Ebenen sind seit dem letzten Sportkreistag 2016 vergangen“, betonte er. Dass der Sport ständigen Veränderungsprozessen unterliege, sei eine logische Konsequenz und ein Ergebnis aus Zeitgeist sowie gesellschaftlichem und technischem Fortschritt. Entscheidend werde es sein, wie die Sportvereine auf diese Veränderungen reagieren.

„Der vereins- und sportübergreifende Wettbewerb um Nachwuchstalente dürfte aufgrund des demografischen Wandels mit all seinen Begleiterscheinungen auf Vereine und Verbände in vielen Regionen an Schärfe gewinnen“, so Jehle. Zahlreiche Mannschaftssportarten würden wahrscheinlich nicht mehr die erforderliche Anzahl von Spielern stellen, weshalb oftmals Spielgemeinschaften, Vereinskooperationen und Fusion notwendig würden. Die Vereine müssten wissen, ob sie sich überhaupt verändern wollen, und sie müssten neue Trends erkennen und die Infrastrukturen optimieren. Sie müssten vor allem ihre Talente nutzen, um nicht auszubluten.

Zweifellos sei die Flüchtlingsproblematik das Thema, das in der Gesellschaft und im Sport nach wie vor einen breiten Raum einnehme. Integration im und durch den Sport seien das Ziel vieler Sportvereine und ein zentrales Thema im Badischen Sportbund. Auch die Vereine im Sportkreis Buchen würden sich dieser Aufgabe mit großen Engagement stellen.

Als weiteres wichtiges Thema nannte der Sportkreisvorsitzende die Digitalisierung. Diese habe die Sportvereine längst erreicht. Manche würden dadurch eine komplette Individualisierung des Sports befürchten, Optimisten würden dagegen in der Digitalisierung neue Zugangs- und Wahlmöglichkeiten für die Mitglieder sehen. Die Aufgabe für die Verbände werde es in den kommenden Jahren sein, das Thema, das bereits jetzt inmitten der Gesellschaft angekommen sei, aufzunehmen und die logischen Schlüsse für den Vereinssport zu ziehen.

Weiterhin nannte Jehle die vor drei Jahren unter dem Titel „Perspektive entwickeln – Zukunft sichern“ gestartete Initiative „Sportverein 2020“, in die auch Vereine aus dem Sportkreis Buchen involviert sind, sowie das „Regio-Projekt“.

In seinem Rückblick ging Jehle auch auf die vom Sportkreis Buchen erfolgreich durchgeführten Informationsveranstaltungen und Schulungen für die Vereine ein, ehe er darüber informierte, dass dem Sportkreis Buchen derzeit 127 Vereine mit 37 004 Mitgliedern angehören. Zwischen 2016 und 2018 wurden in Sportkreis Buchen 35 Sportstätten- Bauanträge mit einem zuschussfähigen Aufwand von insgesamt 1 493 700 Euro bewilligt. Unter den im Sportkreis vertretenen Fachverbänden ist die Fachschaft Fußball mit 13 490 Mitgliedern die Nummer eins, gefolgt von den Turnern mit 12 219 Mitgliedern, der Fachschaft Tennis mit 2312 Mitgliedern sowie der Fachschaft Sportschützen mit 1954 Mitgliedern. Mit dem TSV Buchen, dem TV Walldürn, dem TV Hardheim, dem TSV Höpfingen, und der TSG Reisenbach haben fünf Vereine mehr als 1000 Mitglieder gemeldet. Ferner haben die Vereine 287 Anträge im Bereich „Kooperation Schule-Verein“ gestellt, von denen 238 mit einem Volumen von 106 520 Euro genehmigt wurden.

Neben den Verwaltungsaufgaben und Vertretungen nach außen hin erinnerte Jehle an die im zweijährigen Rhythmus durchgeführte „Sportgala“, die Mitarbeit beim Projekt „Sterne des Sports“, die Sportabzeichenabnahme sowie die vierteljährlich durchgeführten Treffen des Freundeskreises der Sportsenioren.

Nach letzten Informationen über den Solidarpakt III galten abschließende Dankesworte des Sportkreisvorsitzenden dem Neckar-Odenwald-Kreis und allen Städten und Gemeinden im Sportkreis Buchen für die tatkräftige Unterstützung in den zurückliegenden drei Jahren, ebenso allen Vorstandsmitgliedern sowie Geschäftsstellen-Mitarbeiterin Susanne Süssenbach für gute Zusammenarbeit.

Dem Geschäftsbericht des Sportkreisvorsitzenden folgten der Kassenbericht von Schatzmeister Klaus Müller, der Bericht der Kassenrevisoren Martin Pisch und Manfred Weber sowie der von Susanne Süssenbach vorgetragene Bericht über das Ergebnis der Sportabzeichenjahre: 2016 wurden 2242 Sportabzeichen erfolgreich abgelegt, 2017 waren es 2047 Sportabzeichen und im vergangenen Jahr 2010.

Ein Kurzreferat des Geschäftsführers des Badischen Sportbundes, Wolfgang Eitel, über Unterstützungsleistungen und Beratungsmöglichkeiten durch den BSB rundete die Versammlung ab. ds

 

Wahlen und Ehrungen

  • Vorsitzender: Manfred Jehle.
  • Stellvertretende Vorsitzende: Jürgen Galm, Helmut Ebert und Leo Kehl.
  • Kassenwart: Klaus Müller.
  • Schriftführer/Pressewart: Ralf Scherer.
  • Vorstand für Frauen und Sportentwicklung: Martina Banschbach.
  • Kassenprüfer: Martin Pisch und Manfred Weber.
  • Sportabzeichenobmann: vakant.
  • Vertreter der Verbände: Kurt Bonaszewski.
  • Vorsitzende Sportkreisjugend: Werner Mohr und Timo Enzmann.
  • Delegierte für den Sportbundtag: Kurt Bonaszewski, Helmut Ebert, Reinhold Erg, Kurt Henn, Walter Jaufmann, Manfred Jehle, Leo Kehl, Rudi Knühl, Klaus Müller, Werner Mohr und Ralf Scherer.
  • Ehrennadel in Silber des Badischen Sportbundes: Markus Friedrich (FC Schloßau). ds

 

Grußworte

Zum Auftakt des 36. Sportkreistags am Freitag in der Stadthalle sprachen Ehrengäste aus Politik und Sport Grußworte und würdigten darin die Arbeit des Sportkreises Buchen. Den Auftakt machte Bürgermeister Roland Burger. Angesichts von 128 Sportvereinen mit mehr als 37 000 Mitgliedern, die vom Sportkreis Buchen vertreten werden, genieße der Breitensport und das Ehrenamt noch immer einen hohen Stellenwert. Für die Region sei es förderlich, mit einem starken Verband im Rücken die Interessen und Forderungen gegenüber den Ballungsräumen erfolgreich durchzusetzen.

„Der Sportkreis Buchen ist zweifelsohne der kleinste, aber dafür feinste Sportkreis innerhalb des Badischen Sportbundes“, sagte der Präsident des Badischen Sportbundes, Martin Lenz. An die Politiker im Saal gerichtet betonte er: „Die Unterstützung durch die öffentliche Hand ist wie wir sie uns wünschen.“ Dabei seien die Kommunen oft die größten Förderer des organisierten Sports. Lenz sprach zudem den „Landessportplan Baden-Württemberg“ und die Bedeutung des Ehrenamts im Sport an, ehe er feststellte, dass im Sportkreis Buchen in den zurückliegenden drei Jahren erfolgreich zum Wohl aller Vereine und deren Mitglieder gearbeitet worden sei. Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz dankte den in den Sportvereinen tätigen Mitarbeitern für deren ehrenamtliches Engagement. Das Land sei stets darum bemüht, das sportliche Ehrenamt durch eine intensive Förderung in dem Bewusstsein, dass Sport die Menschen begeistere und längerfristig verbinde, zu unterstützen.

Landrat Dr. Achim Brötel hob die enge Partnerschaft von Land- und Sportkreis hervor. „Der moderne Sport gehört vielmehr uns allen. Als sozial verbindendes Element, als Ort der Integration von Menschen verschiedener Herkunft, als Bezugspunkt für Menschen aller Schichten und Generationen, als Volksbewegung im wahrsten Sinne des Wortes mit gemeinsamem Erleben und gemeinsamer Erfahrung.“ Deshalb seien die Vereine, die an jedem Tag des Jahres und für Menschen jeglichen Alters Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung anbieten, so unverzichtbar. Und deshalb sei der Landkreis gut beraten, die Vereine auch weiterhin nach besten Kräften zu fördern und zu unterstützen. Abschließend dankte Brötel allen, die sich in den Vereinen des Sportkreises Buchen ehrenamtlich betätigen. ds

(Quelle: Fränkische Nachrichten, 25. März 2019)