Ehrenvorsitzender Rudi Arnold feiert 90. Geburtstag

Die Verbindung Journalist und Sportfunktionär ist eine sehr fruchtbare. Sie vereint gründliche Recherche, analytisches Denken, und weitsichtiges Handeln. Und das sind drei Eigenschaften, die auch den ehemaligen Geschäftsführer des Badischen Sportbunds, Rudi Arnold, auszeichnen, der am heutigen Montag – geistig vital – seinen 90. Geburtstag in seiner Heimatstadt Buchen feiern darf. Er hat in den letzten Jahrzehnten viel für die Region Buchen und die hiesigen Vereine bewegt. Nicht umsonst bezeichnete ihn ein hochrangiger Funktionär einmal als „Glücksfall für den Sport in Baden“.

Rudi Arnold wurde am 19. März 1928 geboren. Er wuchs zusammen mit zwei Schwestern in Buchen auf. Schon in früher Jugend wandte sich der Jubilar dem Sport zu. Als echter Allrounder war er Fußballer, Handballer, Leichtathlet und Tischtennisspieler. Und hier jeweils überaus erfolgreich, denn der junge Mann wollte etwas erreichen. Das sollte schon recht bald ein anderer Leichtathlet zu spüren bekommen. Der Konkurrent aus dem Raum Wertheim reiste 1948 als haushoher Favorit im 100-Meter-Lauf zum großen Sportfest anlässlich der Einweihung des neuen Buchener Stadions „Am großen Roth“ an. Schon im Vorfeld stand der Sieg für ihn felsenfest, aber Rudi Arnold wollte sich „sein Heimspiel“ auf gar keinen Fall vermiesen lassen, holte alles aus sich heraus und bezwang den übermächtig scheinenden Konkurrenten.

Gemäß dem Leitspruch „Sport ist viel mehr als ein 1:0“ schaute der erfolgreiche Sportler Rudi Arnold schnell über den Tellerrand hinaus und erweiterte sein Spektrum im Journalismus und auf der Sportfunktionärsebene. Schon als 18-Jähriger engagierte er sich im Sportkreis Buchen, wo man seine Kompetenz und sein Engagement bald erkannte und förderte. Und so wurde er hier mit gerade einmal 24 Jahren, im Jahr 1952, jüngster Sportkreisvorsitzender aller Zeiten. Eine durchdachte Sportorganisation und zahlreiche erfolgreich durchgeführte Jugendlager tragen seine Handschrift. Zudem war er einige Jahre Vorsitzender des Fußballkreises Buchen und im Vorstand des TSV Buchen aktiv.

Auch im Journalismus setzte Rudi Arnold Zeichen. Er wurde noch als Gymnasiast Sportberichterstatter und war dabei u.a. auch für die Rhein-Neckar-Zeitung im Einsatz. Ab 1951 war er Redakteur der Fränkischen Nachrichten, deren Lokalredaktion in Buchen er ab 1955 leitete. Wichtiger Ratgeber und gute Hilfe war ihm nicht nur in dieser Zeit seine Frau Elisabeth, die ihm dank hervorragender Steno-Kenntnisse und akribischer Verwaltung des eigenen Archivs eine wertvolle Unterstützung war. Entsprechend schwer traf Rudi Arnold der frühe Tod seiner geliebten Ehefrau im Jahr 1999.

Im Jahr 1976 nahm Rudi Arnold eine beruflich neue Herausforderung an. Sein Wirken und sein Sachverstand hatten sich längst bis Karlsruhe herumgesprochen. Der Badische Sportbund war auf den Aktivposten aus Buchen aufmerksam geworden und machte ihn zu seinem Hauptgeschäftsführer. Eine Aufgabe, die er bis zum Erreichen des Rentenalters zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten wahrnahm. Wenngleich besonders die Anfänge den „Neuen aus Buchen“ gewaltig forderten, wie sich Rudi Arnold erinnert: „Die meisten meiner Mitstreiter in Karlsruhe kannten Buchen überhaupt nicht und sprachen etwas geringschätzig über die Einwohner unserer Region als ’die von dahinten’. Das habe ich mir dann aber verbeten!“ Dank seines Einsatzes hörte schnell auch die signifikante Benachteiligung unserer Region auf. Rudi Arnold konnte im Bereich Breitensport und Sportstättenbau einiges für den Raum Buchen erreichen. Viele Sportplätze sind in dieser Zeit mit erheblicher Bezuschussung aus Karlsruhe im Altkreis Buchen neu entstanden. Und das mit dem von Rudi Arnold ausgegebenem Motto: „So unbürokratisch wie möglich und so schnell wie möglich“! Lob möchte er dafür nicht, aber im Gespräch mit der RNZ betont er stolz: „Es war für mich eine Freude, dass ich die Interessen unserer Region vertreten konnte“. Aber der Jubilar war nicht nur ein erfolgreicher Anwalt der hiesigen Vereine, er gab auch auf Landes- und Bundesebene wichtige Impulse für die gesamte Sportpolitik.

Als Rudi Arnold sich mit Erreichen der Altersgrenze aus der Fächerstadt Karlsruhe verabschiedete und in seine Heimat Buchen zurückkehrte, folgte statt dem Ruhestand eher der ehrenamtliche Unruhestand, denn Rudi Arnold knüpfte ehrenamtlich nahtlos an das an, was er hauptamtlich abgeschlossen hatte und engagierte sich weiter für den Sport. Sein fundiertes Wissen und seinen Sachverstand wollten die Sportverbände nicht missen, so wurde er in die Präsidien verschiedener Verbände, in Ausschüsse und Kommissionen berufen. 1998 war er Mitbegründer des Freundeskreises der Sportsenioren. Und 1999 wurde er Gründungsvorsitzender – heute Ehrenvorsitzender – der Zweigstelle „Odenwald Tauber“ der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG).

Auch heute im hohen Alter sprüht Rudi Arnold noch vor unbändiger Vitalität. er ist geistig topfit und hält sich mit der täglichen Lektüre der Rhein-Neckar-Zeitung und im Internet auf dem Laufenden. „Langweilig ist es mir keinen Tag“, betont er und verweist u.a. auf die großen Herausforderungen, die im world wide web noch lauern und denen er sich aufgeschlossen und wissensdurstig stellt. Nur körperlich ist er gehandicapt. Seit einem Oberschenkelbruch ist sein Bewegungsspielraum deutlich eingeengt.

Die Zahl und Qualität der Ehrungen, die Rudi Arnold für sein emsiges Wirken zuteilwurden, sprengt den Rahmen dieses Artikels, deshalb sollen hier nur einige genannt werden: Herausragend ist sicherlich das Bundesverdienstkreuz am Bande, das ihm im Frühsommer 1989 verliehen wurde. Ferner erhielt Rudi Arnold 1983 die Ehrennadel des Landes und die Verdienstmedaille des Badischen Sportbunds im Jahr 1988. Hierzulande ist der Jubilar Ehrenvorsitzender des Sportkreises und Ehrenmitglied im Fußballkreis Buchen (jeweils seit 1976) sowie Träger der Goldenen Ehrennadel des TSV 1863 Buchen, in dem er seit über 60 Jahren Mitglied ist. joc

(Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung, 19. März 2018)