Ehrenvorsitzender Rudi Arnold feiert 85. Geburtstag

'Ich mache nur eines: Sport. Und das richtig.' Im Kern ist Rudi Arnold seinem ganz persönlichen Leitsatz zeitlebens immer treu geblieben. Sei es als echtes Allroundtalent in der Leichtathletik, beim Handball, Fußball und Tischtennis oder als unermüdlicher Förderer des Breitensports und der Jugend. In unterschiedlichsten Funktionen und Ämtern kämpfte er für seine Ideale von Fairness und Miteinander. Und nicht zuletzt für die Akzeptanz des Sports in der Region an sich. "Wenn in Karlsruhe oder Stuttgart von da hinten die Rede war, das habe ich abgestellt", erinnert sich Rudi Arnold.

Zunächst machte er seinen Einfluss auf ehrenamtlicher Basis als Vorsitzender des Sportkreises Buchen geltend, später als Hauptgeschäftsführer des Badischen Sportbundes. "Nicht nur der Wettkampf ist wichtig" - lautet schon damals seine Devise. Heute feiert Rudi Arnold seinen 85. Geburtstag und blickt zufrieden auf ein erfülltes Leben zurück.

Ein Leben, das ihn zunächst zumindest beruflich ein Stück weit weg vom Sport führte, denn parallel zum ehrenamtlichen Engagement entdeckte Rudi Arnold früh den Journalismus für sich. Schon als Gymnasiast berichtete er ab 1947 als freier Mitarbeiter für die lokalen Zeitungen über Sportereignisse. Mit der Zeit wuchsen die Aufgaben, und als sich 1951 die Gelegenheit ergab, griff Rudi Arnold zu und wurde Redakteur bei den Fränkischen Nachrichten. Erstes Einsatzgebiet: Walldürn. Ausgerechnet ein "Buchemer" in der Wallfahrtsstadt? Ob das gut gehen würde, fragte sich anfangs nicht nur deren damaliger Bürgermeister Dr. Arthur Trautmann. Aber es ging gut. Und wie.

Schnell erwarb sich Rudi Arnold große Anerkennung und prägte fortan einen Lokaljournalismus, der wenn nötig auch mal unbequem war und sich eingemischt hat. Nah dran sein an den Menschen und dennoch eine professionelle Distanz bewahren, um Entwicklungen kritisch begleiten zu können - das war das Markenzeichen von Rudi Arnold, den die Leser unter dem Kürzel "ra" inzwischen bestens kannten.

Unvergessen sind seine Artikel und Kommentare aus den 1970er Jahren, als Mosbach und Buchen um den Sitz des neuen Neckar-Odenwald-Kreises rangen. Oder das Exklusivinterview mit Richard Rohlf, der im Gespräch mit Rudi Arnold erstmals die Pläne zum Bau der heutigen Firma Braun offenlegte. "Ein Knüller", wie er selbst sagt und bei dem Gedanken an den gelungenen "Coup" von damals immer noch schmunzeln muss.

1959 zog es Rudi Arnold wieder zurück in seine Heimatstadt, wo er für die folgenden 17 Jahre die Redaktionsleitung der Ausgabe Buchen übernahm. In dieser Zeit erweckte er den "Wartturm" als Plattform für heimatgeschichtliche Arbeiten zu neuem Leben, hob 1956 den "Sportfreund" als Vereinszeitschrift des TSV Buchen aus der Taufe und verlor dabei seine Leidenschaft, den Sport, nie aus den Augen. Deshalb ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass 1956 der Sportler wieder die Oberhand über den Journalisten gewann.

Denn zu verlockend war die ihm angebotene Aufgabe: Hauptgeschäftsführer des Badischen Sportbundes (BSB). Am 1. April 1956 wechselte er nach Karlsruhe und leitete bis 1976 die Geschäftsstelle der größten Erwachsenenorganisation in Baden. Für viele womöglich ein "Tapetenwechsel", der erst einmal bewältigt werden will. Nicht so für Rudi Arnold. Schließlich verinnerlichte er die Strukturen des Sports schon in jungen Jahren über das Ehrenamt. Bereits 1946 übernahm er als jüngstes Mitglied im Sportkreisvorstand die Pressearbeit, forcierte zwei Jahre später die Gründung des Kreisjugendrings und setzte die finanzielle Förderung der Sportjugend oder des Sportstättenbaus durch. "Als armer Landkreis waren wir gegenüber anderen in diesem Bereich vorbildlich", erinnert sich Arnold.

Einen seiner bemerkenswertesten Erfolge feierte er 1956, als er sich bei der Wahl zum Vorsitzenden des Sportkreises Buchen im Alter von gerade mal 24 Jahren in einer Kampfabstimmung durchsetzte, diesen bis 1976 leitete und als jüngstes Mitglied im geschäftsführenden Bundesvorstand repräsentierte. Akzente setzte der Jubilar ab 1946 auch als Mitglied im Vorstand des Fußballkreises und von 1972 bis 1976 als dessen Vorsitzender.

Dass dieses Engagement zahlreiche weitere Mitgliedschaften in den verschiedensten Gremien auf Kreis-, Landes- und Bundesebene nach sich zog, überrascht wenig. Und um seine Vorstellungen von Fair Play auch jenseits des Sports zu verfolgen, arbeitete Arnold zusätzlich im Arbeitskreis Kirche und Sport oder im Medienrat des Landes Baden-Württemberg mit.

Dass Rudi Arnold in all den Jahren bleibende Spuren hinterlassen hat, zeigt nicht zuletzt die Vielzahl an Auszeichnungen. Ehrenmitgliedschaften in Vereinen und Verbänden, Ehrenvorsitzender des Sportkreises Buchen und zahlreicher weiterer Sportorganisationen sowie Träger der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg (1983), der Verdienstmedaille des Badischen Sportbundes (1988) und des Bundesverdienstkreuzes am Bande (1989) - die Liste ließe sich beinahe endlos fortsetzen. Besondere Erinnerungen verbindet der Jubilar auch mit der Ehrenmitgliedschaft beim Stadt- und Kreisverband der Hörgeschädigten Karlsruhe und dem Ehrenvorsitz der Deutschen Olympischen Gesellschaft für den Neckar-Odenwald- und inzwischen auch den Main-Tauber-Kreis.

Doch Rudi Arnold wäre nicht er selbst, würde er sich auf den Verdiensten früherer Jahre ausruhen. Noch immer organisiert er regelmäßig die vierteljährlichen Treffen des Freundeskreises der Sportsenioren im Kreis Buchen und rückt über diesen Weg aktuelle sportpolitische Themen in den Blickpunkt. Und auch sonst bringt er regelmäßig seine Erfahrungen bei Sitzungen verschiedener Organisationen ein oder pflegt die noch immer guten Kontakte nach Karlsruhe.

Entsprechend groß dürfte heute die Schar der Gratulanten ausfallen. Über die Maßen feiern will Rudi Arnold zwar nicht. "Es ist ja kein richtig Runder." Neben der Familie werden ihm aber sicher trotzdem viele Vertreter des Sports und der Politik, gute Freunde und Weggefährten einen Besuch zu Hause abstatten. Die Fränkischen Nachrichten schließen sich den zahlreichen Gratulanten gerne an und wünschen Rudi Arnold alles Gute. rs

(Quelle: Fränkische Nachrichten, 19. März 2013)