Goldene Ehrennadel für verdiente Funktionäre

„Sie sind die tragende Säule des organisierten Sports in unserem Lande und Garant für dessen gesellschafts- und sozialpolitische Leistungsfähigkeit“ – die Worte des ehemaligen Präsidenten des Deutschen Sportbundes, Manfred von Richthofen, stellte Ehrenpräsident Heinz Janalik über seine Laudatio für 15 Personen, die sich in besonderer Weise um den Sport verdient gemacht haben.

Einmal jährlich verleiht der Badische Sportbund Nord die Goldene Ehrennadel – einerseits als Anerkennung und Wertschätzung für Menschen, die viel Zeit und Energie in ihren Sportverein investieren, andererseits aber auch, um den Blick der Öffentlichkeit auf diese außergewöhnlichen Leistungen um den Erhalt und die Weiterentwicklung der örtlichen Sportvereine zu lenken.

Im Gemeindezentrum St. Kilian in Assamstadt hat der Ehrungsabend einen passenden festlichen Rahmen gefunden. „Ich freue mich, Sie hier begrüßen zu können“, erklärte Bürgermeister Joachim Döffinger. Anerkennende Worte richtete Matthias Götzelmann, der Vorsitzende des Sportkreises Tauberbischofsheim, zur Begrüßung an den TSV Assamstadt. Als Gastgeber-Sportverein habe er nicht nur die Räumlichkeiten vorbereitet, sondern auch für ein stimmungsvolles Programm mit Tanz- und Musikbeiträgen und Catering gesorgt.

Beitrag zu gutem Vereinsklima

Es ist kein Bild einer heilen Welt, das Heinz Janalik zu Beginn seiner Rede zeichnet: „Die Welt wie wir sie heute erleben ist geprägt von Gegensätzen: Freud’ und Leid, Hoffnung und Resignation, von Gutem und Bösem. Oft haben wir den Eindruck, dass das Böse überwiegt und die positiven Kräfte, auf die wir immer gesetzt haben, zunehmend schwächeln.“ Auch der Sport stecke infolge von Dopingskandalen und Amtsmissbrauch in einer Glaubwürdigkeitskrise. „Wie ließe sich das Schlimme ertragen, wenn es da nicht auch das Positive als Gegenbild gäbe?“, fragte der Ehrenpräsident. „Wie das Abwertende, Enttäuschende im Sport, wenn es da nicht auch den „anderen Sport“ gäbe?“

Vereinskultur gebe Zuversicht. Ein intaktes Vereinsleben, wie es in den vielen örtlichen Vereinen gepflegt werde, helfe bei einer positiven Lebensgestaltung. Die Geehrten dieses Abends trügen in ihrer jeweiligen Funktion zu einem guten Vereinsklima bei.

Leidenschaft für den Sport und ehrenamtliches Engagement bilden die Basis für die erfolgreiche Arbeit der über 90 000 Sportvereine in Deutschland, rund 2500 davon in Nordbaden. Sie machen es möglich, dass derzeit 775 000 Menschen Sport treiben können. Das gesamte verbandlich organisierte Sportvereinssystem baue auf den Einsatz Ehrenamtlicher auf. „Ihre Arbeit ist“, wie Heinz Janalik betonte, „ein Geschenk für jeden Verein“. Langjährige Bindungen und Verpflichtungen würden heute in unserer schnelllebigen Gesellschaft ungern eingegangen. „Genau das aber haben diese 15 Personen getan, die wir heute auszeichnen. Sie haben sich mit ihrer ganzen Persönlichkeit, mit ihren Talenten, ihrem Wissen und Können eingebracht. Sie sind Vorbilder, Wegbeschreiter und Wegweiser für Nachfolgende“, betonte der Ehrenpräsident.

Die Goldene Ehrennadel

Man muss sie sich verdienen, die Ehrennadel in Gold. Alle an diesem Abend Ausgezeichneten blicken auf eine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in führenden Positionen zurück. Mindestens 15 Jahre als Vorsitzender oder 20 Jahre als Vorstandsmitglied beziehungsweise zehn Jahre als Sportkreisvorsitzender oder 20 Jahre als Mitglied im Sportkreisverband schreibt die „Ehrungsordnung des Badischen Sportbundes“ vor. „Nicht allein die Jahre zählen“, ergänzt Heinz Janalik. „Wichtig ist auch die Person, die dahinter steht, die das Wesentliche erkennt und bereit ist, sich dafür einzusetzen.“ Das Ehrenamt sage viel über den Menschen, der es ausübt. Es zeige, welche Einstellung er zum Leben, zur Gemeinschaft, zu den Menschen hat. Wer sich ehrenamtlich engagiert, stehe dem Leben „durchweg positiv gegenüber“. Das Ehrenamt – ein Gewinn für eine Gemeinschaft aber auch eine Bereicherung für das eigene Leben: „Und es erhält jung und garantiert hohes Alter“, versprach Heinz Janalik augenzwinkernd.

Es war ein feierlicher Augenblick, als die Kandidaten einzeln auf die Bühne gerufen wurden. Eine Frau und 14 Männer nahmen aus der Hand des Präsidenten ihre Ehrenkunde entgegen und bekamen die Goldene Ehrennadel angesteckt. Individuell wie die Aufgaben und Ämter, die der Einzelne begleitet, waren auch die sehr persönlichen Worte, die der Präsident an ihn richtete.

Nicht zu übersehen ist, dass es bei der Vergabe von Führungspositionen in Sportvereinen keine „Frauenquote“ gibt. „Da muss sich und da wird sich in Zukunft etwas ändern“, versicherte Heinz Janalik. „Es ist Zeit, umzudenken!“, forderte er die Männer auf. Nachdrücklich plädierte er dafür, Frauen stärker in Führungsaufgaben einzubinden. „Ohne Frauen ist der Fortbestand der Sportvereine nicht denkbar.“

So manche Sportlerkarriere hat in einem kleinen Dorfverein angefangen. Dort werden Grundlagen gelegt, Freude am Sport und Talente gefördert. Michael Geidl, der Verantwortliche für Jugend- und Schulsport im Sportkreis Tauberbischofsheim, weiß um die Bedeutung der örtlichen Sportvereine, wenn es um die Förderung der Jugend geht: „Da wird richtig gute Arbeit geleistet.“ Jugendfreizeiten, internationale Jugendbegegnungen, Schulungen und Ausbildung zum Sport-Assistenten oder Jugendbegleiter an Schulen seien nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was in Sportvereinen angestoßen und auf den Weg gebracht werde.

„Was wäre, wenn jeder nur darauf bedacht wäre, das zu tun, was er tun muss, wozu er per Gesetz verpflichtet ist? Nicht nur im Sport, jede Gemeinschaft würde in Korrektheit verkümmern.“ Unser Leben sei nur lebenswert, weil es eine Gleichzeitigkeit von Pflicht und Freiwilligkeit gibt. Der Vorsitzende des Sportkreises Tauberbischofsheim betonte es eigens in seiner Eröffnungsrede: „Ohne Ehrenamt wäre unsere Gesellschaft nicht lebensfähig“. Anerkennenswert sei die Ausübung der Pflicht, höher aber stehe die Freiwilligkeit, denn sie komme aus dem „Mitsorgetragen“, sie komme aus dem Herzen. Dafür hätten sich die Geehrten große Verdienste erworben. Dafür wurden sie an diesem Abend vom Ehrenpräsidenten des Badischen Sportbundes mit „Gold“ ausgezeichnet. rhe

Auszeichnungen im Sportkreis Tauberbischofsheim:

  • Jochen Hügel, TSV Assamstadt – Jugendleiter, Vorsitzender
  • Albrecht Behringer, TuS Großrinderfeld – Vorstandsmitglied (Spielausschuss), stellvertretender Vorsitzender, Vorsitzender
  • Helmut Deckert, TC Weiss-Blau Wittighausen – Sportwart, Platzwart, Schriftführer
  • Manfred Deißler, TC Weiss-Blau Wittighausen – Sportwart, Jugendwart, stellvertretender Vorsitzender
  • Josef Wolpert, TC Weiss-Blau Wittighausen Vorstandsmitglied, stellvertretender Vorsitzender
  • Matthias Horn, FC Wertheim-Eichel – Schriftführer , Hauptkassier
  • Siegfried Lumpp, FC Wertheim-Eichel – Vorstandsmitglied (Abteilung Fußball)
  • Roland Olpp, FC Wertheim-Eichel – Vorsitzender

Auszeichnung im Sportkreis Buchen:

  • Leo Kehl, TV Walldürn – Sportkreis Buchen (Vorsitzender, stellvertretender Vorsitzender)

Auszeichnungen im Sportkreis Mosbach:

  • Erwin Albert, SV Robern – Kassenprüfer, Jugendleiter, Schriftführer, Vorsitzender, Kassier
  • Karlheiz Bock, TC Blau-Gelb Schwarzach – stellvertretender Vorsitzender, Vorsitzender
  • Steffen Frey, Sportfreunde Hassmersheim – Vorsitzender
  • Wolfgang Heck, SV Neckarburken – stellvertretender Vorsitzender, Vorstandsmitglied (Abteilung Volleyball)
  • Klaus Waesch, SV Neckarburken – Vorstandsmitglied (Abteilung Turnen)
  • Ursula Ernst, Sportkreis Mosbach – Vorstandsmitglied.

(Quelle: Fränkische Nachrichten, 16. November 2019)