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Badischer Sportbund Nord e. V. und BEnKA – BürgerEnergie Karlsruhe: Ein Pilotprojekt in vielen Aspekten

Die PV-Anlage auf dem Haus des Sports ist mit einer Leistung von 89 kWp eher eine der  kleineren Anlagen der BEnKA – BürgerEnergie Karlsruhe eG  – und dennoch in vielerlei Hinsicht ein ganz besonderes Projekt. Denn hier zeigt sich, wie stark das Engagement für erneuerbare Energie und Klimaschutz in der Karlsruher Stadtgesellschaft vertreten ist.

2025 errichtete die BEnKA auf dem Gebäude des Badischen Sportbundes Nord (BSB Nord e. V.) eine Dach-PV-Anlage. Schon in den ersten Kooperationsgesprächen wurde klar, was den Impuls dazu gab: Der BSB wollte seinen Mitgliedern mit dem Modellprojekt eine Möglichkeit zeigen, wie Sportvereine ihre Energiekosten senken und sich gleichzeitig für den Klimaschutz einsetzen können. 

Grüne Energie - hohe Kosten?

Häufig wird erneuerbare Energie mit hohen Kosten verbunden, sei es beim Strompreis oder bei den Investitionskosten. Vereine arbeiten meist ehrenamtlich und erhalten dafür staatliche Förderungen, die Finanzen sind oft knapp. Steigende Energiepreise sind eine Belastung für die Vereinskassen und eigene Investitionen oft nicht möglich. Gleichzeitig setzen sich viele Verbände und Vereine für das Gemeinwohl ein und sehen sich dabei auch dem Klimaschutz verpflichtet. 

Kooperation als Problemlöser

Die Kooperation mit der Energiegenossenschaft brachte die Lösung. Die BEnKA plante, beauftragte, finanzierte und betreibt die PV-Anlage. Das schont nicht nur die Finanzen der Vereine, sondern auch personelle Ressourcen. Niemand muss sich mit Angeboten, Anmeldungen oder Abrechnungen beschäftigen. Gerade bei ehrenamtlich Tätigen ist das ein wichtiges Kriterium. Das Engagement des BSB Nord zeigte schon Wirkung: Weitere Vereine arbeiten bereits mit der Genossenschaft an Kooperationsverträgen.

Auch bei der GGV ein Vorzeigemodell

Das Gesetz der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung (GGV) gilt seit 2025 und kann als „Mieterstrom light“ bezeichnet werden, denn es vereinfacht vieles: Der Strom der PV-Anlage kann direkt im Gebäude verkauft werden. Dabei können alle ihre bestehenden Stromverträge behalten und darüber den benötigten Reststrom beziehen, wenn z. B. nachts kein Solarstrom erzeugt wird. Beim Mieterstrom muss hingegen die gesamte Strommenge von den Anlagenbetreibern bereitgestellt werden. 

Das Gesetz trat in Kraft, als die PV-Anlage ans Netz ging – damit ist sie auch ein echtes Karlsruher Pionierprojekt, für das sogar ein eigenes Sondermesskonzept mit den Stadtwerken entwickelt wurde. 

Win-Win für alle

Nun kann also der Strom direkt im Gebäude verbraucht werden. Die BEnKA kann diesen unter dem üblichen Marktpreis anbieten, es fallen ja keine Netzentgelte an. Gleichzeitig erhält die Genossenschaft einen höheren Betrag für die Kilowattstunde als bei der Einspeisevergütung: Der eine spart, die andere profitiert und alle gewinnen, nicht zuletzt der Klimaschutz. Die Erlöse aus dem Stromverkauf fließen in die Genossenschaft und kommen allen Mitgliedern zugute.

Unternehmen und BEnKA – erneuerbare Energie verbindet 

Der IT-Dienstleister InterConnect ist ebenfalls im Gebäude angesiedelt und Stromabnehmer der BEnKA. Die IT-Branche hat einen hohen Strombedarf und InterConnect möchte dabei den eigenen CO2 -Fußabdruck möglichst geringhalten, ein wichtiges Anliegen des Mitgründers Peter Rohnacher. Das Unternehmen bezieht daher ausschließlich regenerative Energie. Auch bei der Mobilität plant das Unternehmen, die Firmenflotte weiter zu elektrifizieren. 

Der Geschäftsführer Ben Rudolph berichtet, dass viele Kundinnen und Kunden des Unternehmens gezielt nach klimafreundlichen IT-Angeboten fragen. Die Nutzung erneuerbarer Energie sei für sie ein wichtiges Kriterium bei Vertragsabschlüssen, zum Teil sogar wichtiger als Preis. 

Nicht nur gemeinsame Werte machen diese Kooperation attraktiv. InterConnect bezieht nach ersten Schätzungen ein Drittel des erzeugten PV-Stroms und rechnet mit deutlichen Einsparungen bei den Energiekosten. 

E-Mobilität – Effizienz für Erneuerbare

Das Haus des Sports ist auch das erste Projekt, bei dem die Karlsruher Genossenschaft BEnKA Lademöglichkeiten für E-Mobilität umsetzte. In der Tiefgarage des Gebäudes wurden zwei Wallboxen installiert. So wird der PV-Strom noch effizienter genutzt, denn wer tagsüber dort lädt, nutzt den günstigen PV-Strom vom Dach und spart sehr viel im Vergleich zu den öffentlichen Ladesäulen. Gleichzeitig werden die Stromnetze entlastet und es muss nicht kostspielig Energie abgeregelt oder zwischengespeichert werden. PV-Stromspitzen lassen sich so an sonnigen Tagen sinnvoll verwenden. Wer tagsüber dort „Sonne tankt“, tut also nicht nur dem eigenen Gelbeutel etwas Gutes.

 

Mehr über die BEnKa – BürgerEnergie Karlsruhe eG finden Sie hier unter www.ben-karlsruhe.de

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